Jole: Es geschah während der Wanderung anlässlich der Klassenzusammenkunft 2022. Als wir «Wanderer» unterwegs ein Gruppenbild machen wollten, bat ich scherzend darum, dass ich nicht schon wieder wegfotoshopped werden möchte, wie damals auf dem Cover unserer LP «Warum nid so». Und die Strickjacke fiel mir auch wieder ein, die ich trug auf dem Bild – und die man gut sieht, wenn ich mich richtig erinnere. Die gehörte Esther Rothenanger, mit der ich damals recht oft unterwegs war. Eine herrliche Wolljacke, im Hexenpatent gestrickt, weich, warm, stimmige Farbe…
Das Cover-Foto kam zur Sprache und dann redet man halt drüber. Weil Ändu mit der spannenden These kam, dass ich mein Verschwinden selber gewollt haben sollte – woran ich wirklich Null Erinnerung habe, weshalb mir das nicht sehr plausibel vorkommt – sagten wir: wir fragen einfach den Chrigu, der weiss das sicher noch. Weil der hat schliesslich ein Supergedächtnis und weiss bekanntlich sowieso alles. Öppe so ist das gegangen.
Chrigu: Also wurde ich gefragt.
Und dies löste eine ganze Reihe Aktionen und Emotionen bei mir aus: Zum ersten Mal hielt ich auf dem LP-Cover (glücklicherweise fand ich nach längerer Suche noch ein Exemplar) Ausschau nach Jole. Und wirklich: Die Strickjacke war da, aber der Kopf fehlte.
Da es damals noch kein Photoshop gab, musste das Problem schon auf dem Dia zu finden sein. Doch wo waren diese Dias, die 1978 auf einer Leihkamera, einer Hasselblad im 9x9 Format entstanden waren? Seither waren diverse Bananenschachteln vom Flurweg in Buchsi nach Juchten gezügelt worden, waren im Untergeschoss gelagert, wo es zweimal «überschwemmte». Was beim ersten «Hochwasser» alles eliminiert werden musste, weiss ich nicht, da wir damals in Kalifornien weilten. Trotzdem gab ich nicht auf … und Ayako fand Sachen, von denen ich keine Ahnung mehr hatte (mehr dazu kommt gleich), nur die Dias (18 an der Zahl laut Lieferschein) waren nirgendwo zu finden.
ABER: Unter den Fundsachen befanden sich auch zwei Streifen mit schwarzweissen Negativen, etwas lädiert, da wahrscheinlich mal zu feucht, aber klar erkennbar vom Fotoshooting 1978. Ich will euch nicht mit weiteren Details langweilen, doch nach diversen, recht abenteuerlichen Versuchen gelang es mir, diese s/w Negative zu scannen und digital zu «reinigen» (jawohl, nun in Photoshop).
Und da ich eben eine neue Software ausprobieren konnte, investierte ich ein paar Stunden um eines der Bilder zu kolorieren (ohne jedoch die Originalfarben der Kleider zu berücksichtigen!)
Hier die Ergebnisse:
Ich wusste, dass These damals mit ihrer neuen Semerfreundin Sabine Künzli aufgekreuzt war, die ich gleich bat, den Auslöser auf der Hasselblad-Kamera zu drücken (vergl. Bild oben rechts).
Doch nun stellte sich plötzlich die Frage: «Wer hat denn die s/w Bilder mit (wahrscheinlich meiner) Kleinbildkamera aufgenommen?» Alle von mir letzte Woche Angefragten konnten sich nicht erinnern.
Deshalb stelle ich euch allen die Frage: Wer war beim Fotoshooting 1979 neben uns und Sabine noch dabei??? Bitte meldet mir auch die wildesten Vermutungen. Danke.
Hier der direkte Link zu mir (wie auf der Home Page)
Aber es kam noch mehr zum Vorschein.
Rückblende: Am Ende unseres «etwas aussergewöhnlichen» Kulturbummels Anfangs Juni 1977 kamen wir ja – nach dem Abendessen auf dem Gurten – mit dem letzten Zug von Bern in Buchsi an (zu sehen in der Mitte der Super8 Zusammenstellung).
Nach all den negativen Kommentaren, ja direkt Anfeindungen (vor allem von älteren Kollegen), die ich im Vorfeld über mich ergehen lassen musste, war das Elternempfangskomitee, das uns mit einem riesigen Blumenstrauss um 00:05 auf dem Bahnhof erwartete, Balsam für meine Seele.
Die Karte, die mir damals mit dem Blumenstrauss überreicht wurde, hat wohl niemand von Euch je gesehen. Nun, 45 Jahre später, sei euch dies vergönnt.